M.A. Michael Schönwolff
Doktorand
Michael Schönwolff ist Doktorand an der TUM School of Social Sciences and Technology (STS Department, TUM). In seiner Forschung untersucht er die Produktion, Kommunikation und Bewertung wissenschaftlichen Wissens, mit besonderem Fokus auf die COVID-19-Pandemie. Im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe „Practicing Evidence – Evidencing Practice“ arbeitet er im DFG-geförderten Projekt „De- und Restabilisierung von Evidenz in der Coronakrise“. Sein empirischer Schwerpunkt liegt dabei darauf, wie biomedizinisch Forschende wissenschaftliche Wissensbehauptungen zu COVID-19 durch evaluative Prozesse sowohl hinterfragten als auch stabilisierten und wie sie mit den in der Gesundheitskrise entstandenen epistemischen Unsicherheiten umgingen.
Michael studierte Soziologie und Politikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie Soziale Arbeit an der KSH München. Während seines Masterstudiums in Soziologie war er als studentischer Mitarbeiter im BMBF-geförderten Projekt „Zivilgesellschaftliche Organisationen und Herausforderungen von Migration und Diversität: Agents of Change (ZOMiDi)“ (2018–2021) sowie am Lehrstuhl für Qualitative Methoden der Empirischen Sozialforschung an der LMU tätig. In seiner Masterarbeit untersuchte er, wie Migrant:innen in die organisationalen Prozesse der Deutschen Aidshilfe (DAH) inkludiert wurden. Seit 2021 ist Michael Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team von Prof. Dr. Ruth Müller für Wissenschafts- und Technologiepolitik (STS Department, TUM).
- Wissenssoziologie, Wissenschaftssoziologie
- Qualitative Methoden der Sozialforschung
Die De- und Restabilisierung von Evidenz in der Coronakrise
Zeitraum: 2021-2024
Fördergeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Beschreibung: Das Projekt will untersuchen, wie sich die Herstellung, Kommunikation und gesellschaftliche Aushandlung von wissenschaftlicher Evidenz über COVID-19 unter den Bedingungen der Coronakrise vollziehen. Die rasche Verbreitung von COVID-19 und der damit verbundene Handlungs- und Entscheidungsdruck erhöhen den Bedarf an vertrauenswürdigem wissenschaftlichem Wissen: sich widersprechende Expert*innen, oft korrigierte Zahlen, Statistiken und Empfehlungen und die intensive Medialisierung von Dissens und Konflikten nähren aber auch den Boden für Skepsis gegenüber autorisierten Evidenzquellen. Vor diesem Hintergrund wollen wir in diesem interdisziplinären Projekt der De- und Restabilisierung wissenschaftlicher Evidenz in der Coronakrise nachgehen. Dabei untersuchen wir vier zentrale Arenen der Aushandlung von Evidenz zu COVID-19 (die wissenschaftliche Forschung, die medizinische Praxis, den Wissenschaftsjournalismus und die sozialen Medien) und bündeln dabei die Kompetenzen von vier Forschungsbereichen (Wissenschaftsforschung, Medizinethik, Kommunikationswissenschaft und Soziologie). Dies erlaubt es uns, die Evidenzdynamiken in diesen Arenen und, ganz wesentlich, ihre Interaktionen in der De- und Restabilisierung von Evidenz zu untersuchen. Die Integration des Projekts in die DFG-Forschungsgruppe „Evidenzpraktiken“ ermöglicht es uns darüber hinaus, zu erforschen, was am Umgang mit Evidenz unter den Bedingungen der Coronakrise neuartig ist und wo sich Kontinuitäten zu anderen Evidenzkonflikten in gegenwärtigen Wissensgesellschaften konstatieren lassen.
- Kostimpas, Dimitra; Schönwolff, Michael (2022): Zwischen Sozialer Arbeit, Lebensweltnähe und Selbstbestimmung. Migrant:innen in der lokalen Aidshilfe. In: von Unger, Hella; Baykara-Krumme, Helen; Karakayali, Serhat; Schönwälder, Karen (Hg.) Organisationaler Wandel durch Migration? Diversität der Zivilgesellschaft. Bielefeld: transcript, S. 193-211.
- “Politics of Knowledge in Health: Biomedicine, Risk, and Identity“, Vortrag in “Responsibility in Environment and Health: Social and Cultural Perspectives on Environment, Health, Science, and Technology” (Sommersemester 2025)
- “STS 1: Practices and Politics of Science and Technology”, Tutorium (Wintersemester 2023/2024, 2024/25)
- “Lays & Experts: The Politics of Participation”, Vortrag in “Technology and Society: Economics, Politics, Ethics, Law, and Media” (Wintersemester 2023/24)
- “Forschungsprojekt: Herausforderungen der Biomedizin. Soziale, politische und ethische Dimension der medizinischen Biologie” , MA-Seminar (Wintersemester 2022/23, Sommersemester 2024, Wintersemester 2024/25, Wintersemester 2025/26)
- Herausforderungen der Biomedizin. Soziale, politische und ethische Dimensionen der medizinischen Biologie, MA-Seminar (Sommersemester 2022, TUM)
- Academic Skills, MA-Seminar (Wintersemester 2021/2022, TUM)
- Angewandte Qualitative Methoden: Inhaltsanalyse und visuelle Methoden, BA-Übung (Sommersemester 2020, LMU München)
- Tutorium zur BA-Vorlesung „Einführung in die Methoden der qualitativen Sozialforschung“ (Prof. Dr. Hella von Unger) (Wintersemester 2019/2020 & Wintersemester 2020/2021, LMU München)
- Tutorium zur BA-Vorlesung „Soziologische Theorien“ (Prof. Dr. Armin Nassehi) (Sommersemester 2019, LMU München)