Mary hat ihren Masterabschluss in Global Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Lateinamerikanischen Fakultät für Sozialwissenschaften (FLACSO Argentinien) absolviert. Ihr Fokus lag auf der Reproduktion und Verschärfung struktureller Hegemonien und sozialer Ungleichheiten im digitalen Raum, insbesondere dokumentierte sie die kommunikativen Praktiken und semantischen Entscheidungsfindung von Lesben auf TikTok. Vor ihrem Masterabschluss arbeitete Mary an internationalen Entwicklungsprojekten im Nahen Osten und in Südasien, wo sie psychosoziale Unterstützung und Förderunterricht für Kinder in konfliktgeprägten Gebieten bereitstellte.
Während ihrer Zeit an der TUM hat sich Mary im Rahmen des ForFamily-Projekts auf den gesellschaftlichen und akademischen Diskurs über belastende Kindheitserfahrungen (ACEs) in Deutschland konzentriert. In ihrer Dissertation untersucht sie den Zusammenhang zwischen ACEs, Epigenetik und familiärer/gesellschaftlicher Verantwortung, mit besonderem Fokus auf soziale Gerechtigkeit, (Anti-)Diskriminierung und die sozialen Normen, die langfristige Gesundheits- und sozioökonomische Umstände beeinflussen.
- Feminist Science and Technology Studies (STS)
- Belastende Kindheitserfahrungen und Stress im frühen Leben
- Umweltepigenetik
- Biopolitik
- Diskursanalyse
Zeitraum: 2024-2027
Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Beschreibung: Das Projekt erforscht den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs zu den langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von negativen Kindheitserfahrungen. Insbesondere untersuchen wir, wie sich diese Diskurse entwickeln und Konzeptionen von Familie und Verantwortung beeinflussen.
43 % der Bevölkerung Deutschlands erleben Traumata in ihrer Kindheit. Wissenschaftliche Studien postulieren einen Zusammenhang zwischen der Anzahl bestimmter negativer Kindheitserfahrungen, wie etwa sexuellem Missbrauch oder Drogenmissbrauch im Haushalt, und psychischen sowie physischen Erkrankungen im Lebensverlauf – ein Thema, das in den letzten Jahren verstärkt Gegenstand biomedizinischer Forschung ist. In jüngerer Zeit wurde die Epigenetik als möglicher Mechanismus für die Einschreibung solcher Erfahrungen in molekulare Strukturen vorgeschlagen.
Mit einem Mix aus sozialwissenschaftlichen Methoden untersuchen wir, wie Familie im Diskurs über die gesundheitlichen Folgen negativer Kindheitserfahrungen konzeptualisiert und positioniert wird und welche Vorstellungen von familialer Verantwortung für die Gesundheit entstehen. Unsere Forschung analysiert in diesem Kontext auch, welche diskriminierenden Narrative aus den Diskursen entstehen. Diese können nicht nur gegen Betroffene wirken, sondern auch Verantwortung an Gruppen wie Mütter überhöht zuschreiben. Durch einen partizipativen Workshop, der Eltern, Forschende, und andere Stakeholder zusammenbringt, wollen wir schließlich eine Intervention in den Diskurs setzen und das Verhältnis von Familie, Kindheitserfahrungen und Gesundheit, besonders mit Blick auf Fragen von sozialer Gerechtigkeit, kritisch durchleuchten und neu erfassen.
Jones, Mary Allison. “Algorithmic Bargaining: Negotiating Identity with Artificial Intelligence.” Transcience 15:2. https://www2.hu-berlin.de/transcience/Vol15_No2_S25_S47.pdf
- “Herausforderungen der Biomedizin” Seminar. Sommersemester 2025: Dieses Seminar untersucht die Rolle der Biomedizin in der heutigen Gesellschaft und die sozialen, politischen und ethischen Fragen, die sich durch neue biomedizinische Erkenntnisse und Technologien ergeben. Anhand von Fallstudien zu Themen wie Reproduktionsmedizin, genetischer Diagnostik und Neurobiologie erforschen die Studierenden, wie neue biomedizinische Innovationen unsere Vorstellungen von Gesundheit, Risiko, Verantwortung und Regulierung prägen. Der Kurs richtet sich an Studierende der Biomedizin und verwandter Fachrichtungen und fördert ein kritisches Verständnis der gesellschaftlichen Auswirkungen, Chancen und Spannungen im Zusammenhang mit biomedizinischen Fortschritten.
- “STS 1: Practices and Politics of Science and Technology”, Wintersemester 2024/2025 und 2025/2026: Dieser Kurs ist als umfassende Einführung konzipiert und macht Studierende mit einer Bandbreite zentraler Theorien und Konzepte der Science and Technology Studies (STS) vertraut.
- “Living in and with environments: Epigenetics, the biology of early life adversity and new notions of responsibility for health” Gastvortrag im Seminar “Responsibility for Environment and Health: Social and Cultural Perspectives on Environment, Health, Science, and Technology”, Sommersemester 2025: Vortrag und Diskussionsmoderation zu Verantwortung für Gesundheit mit Blick auf epigenetischen Innovationen.
- “A Media Analysis of the Biosocial Embodiment of Early-Life Adversity and Stress in Germany” STS Italia, Politecnico di Milano, Juni 2025.
- “Early Life Adversity, Epigenetics, and Parenthood: New Familial Responsibilites?” mit Dr. Georgia Samaras, stshub, Berlin, Germany, März 2025.
- “Early Life Adversity, Epigenetics, and Experiences of Forced Displacement” European Society for Family Research Summer School, University of Luxemburg, September 2024.
Akademischer Dienst
Sprachredakteurin des Journals Transcience, 2021-2023