
Beschreibung: Internationale Gesundheitsorganisationen produzieren, verarbeiten, interpretieren und verbreiten Wissen zu einer Vielzahl gesundheitsbezogener Themen. Ihre Programme und Leitlinien dienen dabei in unterschiedlichen nationalen Kontexten als Bezugspunkt für politische Entscheidungsträger:innen und Forscher:innen. Die systematische Produktion solchen Wissens ist zugleich komplex und von immer größerer Bedeutung, wobei erhebliche Diskrepanzen zwischen den von globalen Gesundheitsorganisationen favorisierten Diskursen und Praktiken einerseits und den Bedürfnissen sowie den Lebensrealitäten der Menschen, an die sich ihre Kampagnen richten, andererseits festgestellt wurden. Dennoch ist in den “Science and Technology Studies” (STS) und verwandten Forschungsfeldern überraschend wenig über diese Wissenskulturen und deren Verhältnis zu neuem Wissen und technologischen Innovationen bekannt.
Dieses Projekt untersucht die derzeit zentrale globale Gesundheitsorganisation, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), als Ort der Wissensgenerierung, -interpretation und -verbreitung. Unter vorwiegender Verwendung von Diskursanalyse und unter Rückgriff auf Interviews, teilnehmende Beobachtung und ko-kreative Methoden liegt der Fokus darauf, den Prozess der Wissensgenerierung und -verbreitung bei der WHO im Hinblick auf neuartige biomedizinische Innovationen und bahnbrechende Technologien zu verstehen. Die Analyse konzentriert sich auf Technologien, die transformative Auswirkungen für Frauen und Kinder im sogenannten „Globalen Süden“ haben sowie auf sogenannte „frugale Technologien“, die darauf abzielen, den technologischen Nutzen unter Bedingungen begrenzter Ressourcen zu maximieren.
Projektteam: Michael Schönwolff, M.A. Prof. Dr. Ruth Müller, Prof. Dr. Janina Steinert, (CO-PI): Prof. Dr. Alena Buyx, Prof. Dr. Jörg Niewöhner, Prof. Dr. Marcello Ienca
Partner: TUM Global Health Center, KNUST
Projekt: 2026-2029
Finanzierung: Funded by German Research Foundation (DFG) – Excellence Cluster ‘TransforM’ (Excellence Strategy of the Federal and State Governments)