Diversity, Inclusion, and Equity in Neuroscience

Beschreibung: Die Neurowissenschaften versprechen, neurologische Erkrankungen mit bisher ungeahnter Präzision und Erfolgsquote zu diagnostizieren und zu behandeln. Dennoch werden nicht alle Menschen gleichermaßen in diese Forschungsagenda einbezogen. Studien zeigen, dass es in den Neurowissenschaften aufgrund technischer und sozialer Ausschlussmechanismen alarmierende Verzerrungen bezüglich der Kategorien Ethnizität und race gibt. Diese führen dazu, dass Instrumente nicht für Menschen mit bestimmten Merkmalen optimiert oder mit ihnen kompatibel sind.
Während derzeit Richtlinien für Studiendesigns und die Zusammensetzung von Stichproben erarbeitet werden, basieren diese größtenteils auf einer US-amerikanischen Perspektive – geprägt von einer spezifischen Geschichte, Bevölkerungsstruktur und demografischen Kategorien zur Repräsentation von Diversität. Für Forschende in Europa und anderen globalen Regionen mit unterschiedlichen historischen und gegenwärtigen Formen von Diversität und Diskriminierung bleibt daher wenig Orientierung.
Dieses Projekt stellt sich dieser Herausforderung und untersucht, was gerechte und inklusive neurowissenschaftliche Forschung in Europa bedeutet und welche sozialen und technologischen Veränderungen notwendig sind, um sie zu erreichen. Mithilfe eines multimethodischen Ansatzes – einschließlich bibliometrischer, qualitativer, ko-kreativer und ethnografischer Analyse – erforscht das Projekt, wie menschliche Diversität derzeit in Studienpopulationen verstanden und dargestellt wird, wie sich diese Verständnisse in unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten verändern und welche technologischen, sozialen und institutionellen Anpassungen erforderlich sind, um die Neurowissenschaften in Europa gerechter zu gestalten.
Projektteam: Dominic Lammar, Ruth Müller, Marcello Ienca, Jörg Niewöhner, Co-PIs: Alena Buyx, Oliver Rollins (MIT)
Zeitraum: 2026-2029
Finanzierung: Funded within the framework of the Excellence Strategy of the Federal and State Governments.